Und was sind Wahlgrundsätze?

Für alle Wahlen gilt: Sie sind geheim, gleich, frei, unmittelbar und allgemein. Aber was heißt das bloß?

Wenn deine Klasse eine Klassensprecherin oder einen Klassensprecher wählt, indem ihr euch meldet, ist das nicht geheim. Schreibt ihr den Namen aber auf einen Zettel und werft ihn in eine Kiste, dann ist die Wahl geheim. Keiner weiß, wen du gewählt hast. Und Du musst es auch keinem verraten.

„Gleich“ bedeutet: Jede Person darf gleich viele Stimmen abgeben. Bei einer Klassensprecherwahl hat jedes Kind zum Beispiel eine Stimme. Nicht gleich wäre die Wahl, wenn du für eine Person abstimmen dürftest und dein bester Freund für zwei Leute.

Frei ist die Wahl, wenn nur du allein entscheidest, wen du wählst. Da darf dir niemand reinquatschen.

Mit „unmittelbar" ist gemeint: Du gibst Deine Stimme direkt für die Person ab, die du gern als Klassensprecherin oder Klassensprecher hättest. „Nicht unmittelbar" würde heißen: Deine Klasse wählt erst fünf Leute aus, die dann die Klassensprecher oder den Klassensprecher wählen.
Und allgemein ist die Klassensprecherwahl, wenn jeder bei euch in der Klasse abstimmen darf. Keiner wird ausgeschlossen, weil er oder sie zum Beispiel eine Fünf geschrieben hat oder manchmal zu spät kommt.

Die Bundestagswahlen und Landtagswahlen sind allgemein, da eben alle wählen dürfen, die mindestens 18 Jahre und Deutsche oder Deutscher sind. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Kommunalwahl: Wer älter ist als 18 und aus der Europäischen Union kommt, darf abstimmen. Welche Hobbys er oder sie hat oder ob seine Nase krumm ist, ändert daran nichts.