Zum Weltlinkshändertag – Keineswegs „zwei linke Hände“

Ist mit der rechten Hand schreiben „normal“? Haben Tiere auch eine bevorzugte Seite? Und was wäre „Links-Ohrigkeit“? Alles zur Händigkeit am „Weltlinkshändertag“.

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Teenager sitzt lächelnd am Laptop und macht sich Notizen

Linkshänderinnen und Linkshänder haben es in unserer Welt in manchen Situationen schwerer, ohne dass es dem Rest der Bevölkerung wirklich auffällt. Denn wir leben in einer rechts-geprägten Gesellschaft.

Das liegt daran, dass die meisten Menschen zum Schreiben oder bei anderen Tätigkeiten ihre rechte Hand bevorzugen. Dabei schreiben schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung lieber mit der linken Hand und das ist dann gar nicht mal so wenig. Um darauf aufmerksam zu machen, gibt es jedes Jahr am 13. August den „Weltlinkshändertag“.

Alles „mit Links“ erledigen

Wenn jemand unbeholfen ist, sagt man über diese Person „Er oder sie hat zwei linke Hände“. Dabei sind Linkshänderinnen und Linkshänder natürlich keineswegs ungeschickter. Sie machen einfach nur vieles tatsächlich „mit links“.

Weil das nicht der Mehrheit und damit nicht der gesetzten Norm entspricht, hat man früher versucht, alle auf „den rechten Weg“ zu bringen. Zum Beispiel wurden Kinder in der Schule dazu gebracht, beim Schreiben immer die rechte Hand zu benutzen. Heute wird so eine Umerziehung zum Glück nicht mehr gemacht. Aus gutem Grund: Denn das kann dazu führen, dass Kinder Schwierigkeiten beim Lernen bekommen. Sie können sich zum Beispiel schlechter konzentrieren.

Die Wissenschaft ist sich außerdem einig, dass die sogenannte „Händigkeit“ von Natur aus vorgegeben ist. Schon wenn wir geboren werden, steht sie fest. Sogar Tiere haben eine stärkere und schwächere Seite.

Aufgabenteilung im Kopf

Übrigens kann nicht nur eine Hand dominanter als die andere sein. Menschen haben auch eine „Links- oder Rechtsfüßigkeit“, „Ohrigkeit“, „Äugigkeit“ oder „Näsigkeit“. Und all diese Spezialisierungen kümmern sich nicht darum, ob jemand mit links oder rechts schreibt. So kann man zum Beispiel besser mit rechts Fußballspielen und trotzdem ein schärferes linkes Auge haben.

Im Gehirn gibt es nämlich für unterschiedliche Tätigkeiten verschiedene Bereiche. Versucht man diese zu ändern, ist das ein Problem. Es ist nämlich viel anstrengender mit der schwachen Seite die Aufgaben zu erledigen, die eigentlich die starke Seite macht.

Das ungelöste Rätsel

Unser Gehirn funktioniert gegengleich, sozusagen umgekehrt. Das heißt, die linke Gehirnhälfte ist für die rechte Körperhälfte zuständig und die rechte Gehirnhälfte für die linke Seite. Bei Linkshänderinnen und Linkshändern ist aber trotzdem nicht alles einfach seitenverkehrt.

Weil die rechte Gehirnhälfte die stärkere ist, werden zusätzliche Bereiche aktiv. Bei Rechtshänderinnen und Rechtshändern passiert das nicht. Deshalb gelten Menschen mit einer starken linken Hand oft als kreativer.

Die Ursache, warum sie lieber ihre linke Hand einsetzen, ist dabei allerdings nicht endgültig erforscht.

Ein Test der Natur?

Auch unsere Gene spielen bei der Wahl der „besseren“ Seite eine Rolle. Wenn deine Mutter oder dein Vater lieber die linke Seite benutzt, bist auch du mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Linkshänderin oder Linkshänder.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben außerdem noch eine Vermutung: Es könnte sein, dass die Natur eine Art Testlauf macht. Würde sich der höhere Gebrauch der linken Seite bewähren, so könnten vielleicht die Linkshänderinnen und Linkshänder bald in der Überzahl sein.

Vom Leben „andersherum“

Weil das aber noch nicht passiert ist, sind die meisten Gegenstände in unserem Alltag für Rechtshänderinnen und Rechtshänder gemacht. Dazu gehören zum Beispiel Scheren, Computermäuse oder Spiralblöcke. Mittlerweile gibt es zum Glück für all diese Sachen „Links-Lösungen“. Und so können Linkshänderinnen und Linkshänder auch „andersherum“ hervorragend Dinge des alltäglichen Lebens  benutzen. Ganz normal eben

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