Wintertricks der Tiere: Was tun gegen Kälte und Hunger

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Süßes, braunes Eichhörnchen im Schnee

Wenn in der kalten Jahreszeit die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, verändert sich einiges in der Natur. Bäume verlieren ihre Blätter und Früchte, Pflanzen hören auf zu wachsen und Schnee bedeckt Gräser und Wiesen. In der Folge gibt es immer weniger Futter für die Tiere und sie brauchen einen Unterschlupf, der sie vor der Kälte schützt. Zum Glück sind Tiere ziemlich pfiffig und haben sich einige Tricks einfallen lassen, um durch den Winter zu kommen.

Pssst, bitte nicht stören: Die Winterschläfer

Was sind nun eigentlich die Tricks der Tiere, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen? Die können ganz unterschiedlich sein. Bestimmt hast du schon von den sogenannten Winterschläfern gehört. Diese setzen auf eine besonders gemütliche Strategie und legen sich in den Wintermonaten einfach aufs Ohr. Zu den Schläfern gehören zum Beispiel der Igel, der Siebenschläfer, die Haselmaus und das Murmeltier. Winterschläfer fangen schon in den Herbstmonaten an, sich eine Speckschicht anzufressen. Diese Fettpolster sind überlebenswichtig, denn daraus holt sich ihr Körper die nötige Energie während des Winterschlafs.

Während sie schlafen, senken die Winterschläfer ihre Körpertemperatur stark herunter und auch ihr Herzschlag und ihre Atmung werden ganz langsam. So können bei einer Haselmaus zwischen zwei Atemzügen bis zu elf Minuten liegen. Das Herz des Igels schlägt statt 200 nur noch fünf Mal pro Minute. Ab und zu wachen die Schläfer auf, um ihre Schlafposition zu ändern oder sich aufzuwärmen. Das darf aber nicht zu oft passieren, denn das kostet die Tiere viel Energie und das kann im schlimmsten Fall tödlich für sie sein. Darum ist es auch ganz wichtig, Winterschläfer in dieser Zeit nicht zu stören.

Raffiniert: Die Winterstarre

Andere Tiere wie Fische, Frösche, Eidechsen Schildkröten und Insekten fallen im Winter in eine regelrechte Starre, in der man sie leicht mit einem toten Tier verwechseln kann. Sie passen ihre Körpertemperatur an die Außentemperatur an, atmen kaum und haben einen extrem niedrigen Herzschlag. Weil sie keine Energiereserven haben und es keine Sonne gibt, die sie aufwärmen kann, ziehen sie sich zum Schutz vor der Kälte in Erdlöcher, Baumstämme und Spalten zurück. Der Frosch zum Beispiel vergräbt sich hierzu im Schlamm. Aus ihrem starren Dornröschenschlaf werden sie erst erweckt, wenn es draußen wieder wärmer wird und sich die Frühlingssonne zeigt.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit: Winterruhe

Einige Säugetiere wie Dachs, Eichhörnchen, Maulwurf und Waschbär entscheiden sich für die goldene Mitte und halten Winterruhe. Sie schlafen in den Wintermonaten zwar viel, aber nicht sonderlich tief. Sie senken ihre Körpertemperatur dabei nicht so stark herab wie die Winterschläfer und auch ihr Herzschlag und ihre Atmung sind nicht ganz so verlangsamt. Wachen sie auf, gehen diese Tiere sogar auf Nahrungssuche. Kluge Köpfchen wie das Eichhörnchen bereiten sich Snacks für Zwischendurch in versteckten Essensvorräten vor.

Die 5 besten Überwinterungstricks der Tiere

  1. Wusstest du, dass Insekten in ihrer Körperflüssigkeit ihr eigenes Frostschutzmittel haben? Das verhindert zum Beispiel bei Marienkäfern, dass sie in der Kälte platzen.
  2. Obwohl Enten immer barfuß laufen, frieren Sie im Winter nicht an den Füßen. Ihr Geheimnis: In Entenfüße strömt nur wenig Blut, das auf dem Weg dorthin von rund 40 auf nur sechs Grad abkühlt. Der Unterschied zur kalten Bodentemperatur ist also so gering, dass die Schnabeltiere diesen gar nicht bemerken und ihre Füße nicht festfrieren.
  3. Zugvögel verabschieden sich in der kalten Jahreszeit einfach dahin wo es warm ist. Entweder nach Südeuropa oder sogar bis nach Afrika. Zu den bekanntesten Zugvögeln gehören zum Beispiel der Storch, der Kuckuck und die Wildgänse.
  4. Rothirsche setzen im Winter auf eine Magenverkleinerung: Ihr Pansen, also der Vormagen, fasst im Winter bis zu 60 Prozent weniger Nahrung als das restliche Jahr über, wenn es genug Futter gibt. Darum macht ihnen der Nahrungsmangel in dieser Jahreszeit zum Glück nicht so viel aus.
  5. Die Spitzmaus, die ohnehin sehr klein ist, schrumpft im Winter sogar noch mehr. So verkleinert sich der Kopf der Waldspitzmaus um bis zu 20 Prozent. Auch die Organe und Knochen schrumpfen zusammen. Dadurch sparen die Spitzmäuse Energie und verlieren weniger Wärme. Ein super Trick, um der Winterkälte zu trotzen.

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