Wie der Weckmann zur Pfeife kam

Jedes Jahr im November finden wir ihn in der Bäckerei - den Weckmann. Aber woher stammt er eigentlich und warum hält er eine Pfeife im Arm?

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Weckmann
Weckmann mit Pfeife

Jedes Jahr am 11. November feiern wir das St. Martins Fest. Dazu gehören ein Umzug mit Laterne oder Fackel, St. Martins-Lieder und natürlich – der Weckmann. Vielleicht heißt er bei euch Weggbopp, Stutenmann oder auch Dambedei - gemeint ist immer der süße Hefeteig-Mann mit der Pfeife im Arm, den es kurz vor St. Martin beim Bäcker zu kaufen gibt.

Aber seit wann gibt es den Weckmann, und wie ist der Brauch entstanden?

Die Geschichte des Weckmanns ist mehrere Hundert Jahre alt, es gibt ihn also schon sehr lange. Ursprünglich gab es ihn aber gar nicht zum St. Martins-Fest, sondern zum Nikolaus-Tag am 06. Dezember. Er sollte den Bischof St. Nikolaus darstellen. Dieser hatte, wie alle Bischöfe, einen Stock in der Hand. Und weil er keine Stöcke aus Gips mehr hatte, hat ein kluger Bäcker irgendwann im Laufe der Zeit den Stock gegen eine Pfeife ausgetauscht, die ja immerhin so ähnlich aussieht wie ein Stock.

Weil St. Martin genauso wie St. Nikolaus ein Bischof war, haben die Leute irgendwann angefangen, den Weckmann schon im November zu essen. Über viele Jahre hinweg hat sich dann der Brauch entwickelt, den Weck- oder Stutenmann zum St. Martins Fest zu backen.

Jeder Weckmann ist einzigartig

Weckmänner gehören zu den sogenannten Gebildegebäcken. Das bedeutet, dass sie nicht in einer Form gebacken werden, sondern jeder einzeln von Hand geformt wird. Deshalb ist keine Weggbopp wie die andere und es ist richtig viel Arbeit für die Bäckereien, sie herzustellen. Rund 2.000 Weckmänner verkauft eine Bäckerei in der St. Martins Zeit!

Ein besonderes Naschwerk

Früher gab es noch keine Schokolade und Naschsachen, wie wir sie heute kennen. Deshalb war das Gebäck aus süßem Hefeteig etwas ganz Besonderes für Kinder, auf das sie sich lange gefreut haben. Aber auch heute noch versüßt uns der Weckmann den November. Und wenn du am kommenden St. Martins Tag in einen reinbeißt, kennst du jetzt immerhin seine Geschichte.

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