Umso Blätter desto besser

Aktion ist gefragt zum oben genannten Aktionstag. Viele Kastanienbäume in Hessen sind bereits seit ein paar Monaten krank. Hier kannst du nachlesen, wovon der Baum bedroht wird und wie du jetzt bis Ende November beim „Heilen“ helfen kannst.

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Kastanienblätter auf einer blauen Holzbank mit Raureif

Kastanien gehören zum Herbst wie das bunte Laub und – na gut – das erste grautönige Wetter. Mit Kastanien und Zahnstochern kannst du Figuren basteln, mit Esskastanien (Maronen) kannst du dir den Bauch vollschlagen. Während die Maronen vom Baum der Edelkastanie stammen, die in Hessen hauptsächlich in Weinanbaugebieten zuhause ist, wachsen die nicht essbaren Kastanien auf dem Baum der Rosskastanie. Die Rosskastanie ist viel weiter verbreitet, weil sie nicht so wählerisch mit dem Klima ist. Du siehst sie in vielen Parks und Alleen. 

Im Sommer verfärben sich die Blätter der Rosskastanien-Bäume in Brauntönen. Moment mal, wieso denn im Sommer? Müsste das nicht „im Herbst“ heißen und „in Rot-, Gelb- und Brauntönen“? Ja müsste es. Leider hat die Rosskastanie seit den späten 1980er Jahren mit einem Schädling zu kämpfen, der ihre Blätter befällt und frühzeitig welken lässt. Der Baum kann dann weniger Sonnenlicht und weniger Nährstoffe aufnehmen. Am Ende gibt es weniger oder kleinere Kastanien an einem geschwächten Baum.

Es gilt den Schädling einzumotten!

Der Schädling, der dahintersteckt, steckt im Blatt. Es geht um Motten, genau gesagt die Miniermotte, die ihre Eier dort ablegt. Schlüpfen daraus Raupen, fressen diese sich in die Blätter hinein. Richtige Gänge und Minen werden da gefuttert, bis sich die Raupe zur Puppe einspinnt und selbst zur Motte wird. So ein Mottenlebenskreislauf dauert gar nicht so lange, sodass von Frühling bis Sommer immer mehr Blätter von den aufeinanderfolgenden Generationen befallen sind. Wenn es bereits viele Motten gibt, liegen manchmal mehrere hundert Eier auf einem Blatt und wollen zu neuen Motten werden!

Kranker Rosskastanienbaum

Gegen die Motte an sich kann man wenig tun. Nistplätze zu schaffen ist ein guter Ansatz, denn zum Beispiel Fledermäuse, Blaumeisen und Schwalben haben die Rosskastanien-Miniermotte zum Fressen gern. Ansonsten hilft nur, die Blätter einzusammeln, sobald sie von den Kastanienbäumen fallen. Das kannst du am besten in kleineren oder größeren Gruppen machen, und zwar mit Erwachsenen. Es gibt auch immer wieder organisierte Treffen, gerade zum Aktionstag „Rettet die Kastanie!“ am 10. November, zum Beispiel in Sulzbach im Taunus. Es ist sehr wichtig, die gesammelten Blätter danach richtig zu entsorgen oder zu verbrennen. Beides sollten unbedingt immer nur Erwachsene erledigen und sich über die Richtlinien zum Verbrennen und über die Entsorgung bei den Kommunen informieren!  Rettet die Kastanie – helft die Raupen einzumotten!

Basteln mit Blättern und Kastanien

Wenn du im Wald gesunde Herbstblätter und Kastanien gefunden hast, kannst du sie zum Basteln benutzen. Aus den Kastanien kannst du z. B. die schon oben erwähnten Figuren stecken. Mit Wasserfarbe kannst du die Blätter in bunte Stempel verwandeln und vorsichtig auf Papier drücken. Wenn du magst, kannst du, nachdem die Farbe getrocknet ist, deine Blätter auf dem Papier mit dem Pinsel oder Stiften weiter verzieren. 

Mit Wasserfarbe abgestempelte Herbstblätter auf einem Blatt Papier

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