Zuflucht in Hessen

In den vergangenen Monaten sind viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, auch nach Hessen. Wie viele Flüchtlinge sind das? Was erwartet sie in Hessen?

e4afe2ce14.jpg

Gebastelte Karte Europas. Auf Italien stehen Figuren. Auf Deutschland stehen Buchstabenwürfel: A-S-Y-L.

Millionen Menschen verlassen ihr Zuhause, um vor Krieg, Armut, Naturkatastrophen und anderen Gefahren zu fliehen. Viele dieser Flüchtlinge sind Kinder. Oft wagen sie gefährliche Reisen, um in anderen Ländern Sicherheit und ein besseres Leben zu finden.

Bei uns in Deutschland und in Hessen kommen viele Flüchtlinge an, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Sie werden dann in die verschiedenen Länder in Deutschland weitergeschickt. Wie diese Flüchtlinge verteilt werden, erklärt der sogenannte Königsteiner Schlüssel. Das ist natürlich kein gewöhnlicher Schlüssel. Nein - dahinter steckt eine mathematische Formel. Je nach Bevölkerungszahl berechnet diese Formel, wie viel Prozent an Menschen ein Land aufnehmen muss.

Hier kannst Du Dir eine Grafik anschauen. Diese zeigt die Prozent-Zahlen der einzelnen Länder.

Von den ankommenden Flüchtlingen hat Hessen im Jahr 2015 deshalb 7,3 Prozent aufgenommen, das waren fast 80.000 Menschen. Die meisten, nämlich rund 80 Prozent, sind vor einem Krieg oder Bürgerkrieg geflohen und kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Die erste Unterkunft für Flüchtlinge

Wenn ein Flüchtling in einem fremden Land ankommt, braucht er zuerst die nötigsten Dinge: Er muss essen, trinken, schlafen und etwas zum Anziehen und oft auch Medikamente bekommen. Dafür wird in sogenannten Erstaufnahme-Einrichtungen gesorgt. In Hessen gibt es solche Erstaufnahme-Einrichtungen in Gießen, Neustadt, Büdingen, Rotenburg an der Fulda und noch an einigen weiteren Standorten. Das Land Hessen versorgt jeden Flüchtling und auch viele Freiwillige in Hessen helfen mit Spenden und ehrenamtlicher Arbeit.

Nach seiner Ankunft muss jeder Flüchtling registriert werden. Danach kann er darum bitten, in Deutschland leben und auch arbeiten zu können. Das nennt man Asyl. Erst nach der Registrierung können die Menschen in die verschiedenen Unterkünfte verteilt werden, wo sie abwarten, wie es weiter geht. Nicht jeder Flüchtling darf auch in Deutschland bleiben. Das kann verschiedene Gründe haben.

Wenn Du mehr zum Thema Asyl erfahren möchtest, kannst Du hier weiterlesen.

Sprachen lernen ist wichtig

Wenn ein Flüchtling in ein neues Land kommt, spricht er meistens eine andere Sprache. Das macht das Leben in der neuen Umgebung schwer. Deshalb ist es wichtig, dass diese Menschen Deutsch lernen. In Wiesbaden hat es zum Beispiel das Sprachcamp „Zukunft mit Deutsch“ gegeben. 25 Jugendliche haben dort mitgemacht.

Kinder spielen Fußball

Genau wie alle anderen Kinder dürfen auch Flüchtlingskinder die Kitas, Kindergärten und Schulen in Hessen besuchen. Viele Projekte sorgen dafür, dass die Flüchtlingskinder mit den anderen Kindern aus dem Ort spielen können. Zum Beispiel in Gießen: Hier treffen sich Kinder zwischen 6 und 14 Jahren einmal in der Woche zum gemeinsamen Fußball spielen. Ein Gießener Sportverein hat diese Aktion ins Leben gerufen.