Wildkatzenland Hessen

Katzen gehören zu unserem Alltagsleben – auch wenn man selbst keine als Haustier besitzt. Sie laufen frei über unsere Straßen und Felder, bevor sie in den Häusern ihrer Besitzer verschwinden. Doch was viele nicht wissen: Gut versteckt in den Hessischen Wäldern leben die „wilden“ Verwandten unserer Hauskatzen. Die Rede ist von Wildkatzen.

640px-wildkatze_mgh.jpg

Wildkatze

Ganz schön wild

Schon lange bevor es die ersten Hauskatzen in Hessen gab, streiften Wildkatzen durch unsere Wälder. Sie unterscheiden sich von den Hauskatzen vor allem durch die verwaschene grau-braune Fellmusterung und ihren breiten, buschigen Schwanz mit einem schwarzen Ende und zwei bis drei schwarzen Ringen. Außerdem bringen sie einiges mehr auf die Waage und wirken dadurch etwas größer als unsere Hauskatzen.

Der Lebensraum der Wildkatzen

Wildkatzen lieben viel Platz. . Sie mögen keine „aufgeräumten“ Wälder, in denen ein Baum neben dem anderen in einer geraden Reihe steht. Viel wohler fühlen sich die Katzen mit  kleinen Büschen und Hecken - perfekte Verstecke, um ihre Jungen großzuziehen. Nachts, während wir Menschen schlafen, gehen die Tiere auf die Jagd. Tagsüber legen sie sich in ihren Verstecken schlafen. Auf dem Speiseplan der Wildkatzen stehen vor allem Mäuse, aber auch Insekten, Vögel und Eidechsen.

Bedrohte Tiere brauchen den Schutz der Wälder

Doch der Lebensraum für die Wildkatzen wird knapp. Das größte Problem für die Tiere sind unsere Straßen. Denn sie führen oft mitten durch die von ihnen bewohnten Waldgebiete und schneiden die Katzen von weiteren Jagdgebieten ab. Auch größere Ackerflächen stören bei der Wanderung, denn Wildkatzen trauen sich nicht, über große offene Flächen zu laufen. Durch diese Hindernisse können sich die Tiere nicht weiter in Deutschland vermehren. Mittlerweile stehen Wildkatzen deshalb sogar auf der „Roten Liste“. Das bedeutet: Es gibt nur noch so wenige Wildkatzen, dass womöglich bald die komplette Art ausstirbt.

"Rettungsnetz Wildkatze"

Zum Glück gibt es jedoch Menschen, die sich um den Schutz der Wildkatze kümmern. Der Verein Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zum Beispiel. Er hat vor einigen Jahren einen Plan ausgearbeitet, der den Lebensraum der Katzen vergrößern soll. Beim Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ sollen die Waldgebiete in Deutschland miteinander verbunden werden. Dadurch können die Wildkatzen sich auf ihren Wanderungen ungestört ausbreiten. Um Waldgebiete zu verbinden, werden Grünbrücken für die Tiere über die Straßen gebaut. Eine gute Sache nicht nur für Wildkatzen, sondern auch allen anderen Waldtiere, die so gefahrlos die Straßen überqueren können.

Erfahre mehr über die „wilden Katzen“!

Wer mehr über Wildkatzen lernen möchte, kann an der Wildkatzenwoche vom 18.8. bis 27.8. im Naturpark Taunus teilnehmen. Neben einer Wildkatzenausstellung bietet der Naturpark auch geführte Wanderungen durch den Wald auf den Spuren der Wildkatze an. Wer ganz sicher sein möchte, die scheuen Tiere auch zu Gesicht zu bekommen, kann sich die Wildkatzen in einigen Tierparks in Hessen ansehen – zum Beispiel im Wildpark Tiergarten Weilburg, Wildpark Knüll, Wildpark Alte Fasanerie Hanau, Fasanerie Wiesbaden und Opel-Zoo in Kronberg.