Hessen wird klimaneutral

„Hessen muss sich verändern, damit es lebenswert, vielfältig und wirtschaftlich stark bleibt“, betonte Klimaschutzministerin Priska Hinz. Aus diesem Grund stellte sie einen neuen Klimaschutzplan vor, der 140 konkrete Maßnahmen enthält, um bis 2050 klimaneutral zu werden.

Hessen will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Das bedeutet, dass Treibhausgase, die im Verkehr, durch Strom oder in der Industrie ausgestoßen werden, vermindert oder an anderer Stelle ausgeglichen werden sollen. Das kann zum Beispiel erreicht werden, indem Radverkehr gefördert oder das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln ausgebaut wird.

Die Ziele der Landesregierung sind hoch: Bis 2020 will Hessen 30% und bis 2025 40% des Kohlendioxid-Ausstoßes einsparen. Bis 2050 sollen mindestens 90% eingespart und damit Klimaneutralität erreicht werden.

Dieses Vorgehen wurde im sogenannten „Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025“ (kurz: iKSP) Mitte März 2017 beschlossen. Priska Hinz erklärt, warum diese Entscheidung gerade jetzt wichtig ist: „Der Klimawandel ist schon in vollem Gange – die letzten beiden Jahre waren die wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Wir können und müssen ihn abmildern und uns auf seine Auswirkungen einstellen. Deshalb haben wir als erstes Land einen Klimaschutzplan erarbeitet, der auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels einbezieht.“

Maßnahmen für den Klimaschutz

Die 140 Maßnahmen decken alle wichtigen Bereiche ab: von der Landwirtschaft über die Wirtschaft, den Energiesektor zum Verkehr bis hin zum Gebäudesektor und der Gesundheit. Mit der Umsetzung wurde bereits begonnen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Verkehrsbereich, weil allein dort 35 % der Treibhausgase entstehen. „Wir werden emissionsarme Verkehrsmittel fördern, den Luft- und Schienenverkehr besser vernetzen und den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Gerade in den Städten wollen wir den Rad- und Fußverkehr fördern“, betont Ministerin Hinz.

Jeder kann helfen

Es gibt viele Möglichkeiten, das Klima zu schützen. Jeder einzelne Mensch kann seinen Beitrag dazu leisten:

● Beim Zähneputzen kann der Wasserhahn zugedreht werden, wenn man gerade kein Wasser benötigt.
● Den Weg zur Schule oder zur Arbeit kann man oft auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bestreiten.
● Wenn man das Haus oder einen Raum verlässt oder ein Gerät nicht mehr braucht, kann man das Gerät ausschalten. Das gleiche gilt auch für das Licht.
● Wenn man zum Beispiel einen neuen Kühlschrank kaufen möchte, dann helfen die Energieausweise dabei, ein energiesparendes Gerät zu finden.
● Es ist umweltfreundlicher Lebensmittel aus der Region kaufen. Außerdem sollte man auch darauf achten, welches Produkt wann Saison hat. Leckere Erdbeeren schmecken zum Beispiel aus der Region und in der Zeit zwischen Mai und Juli am besten.
● Pausenbrote und Getränke können in Kunststoffbehältern oder Mehrwegflaschen verpackt werden.
● Ein Stoffbeutel kann zusammengerollt ganz leicht verstaut werden und dann beim nächsten Einkauf eingesetzt werden. Das spart den Kauf von umweltschädlichen Plastiktaschen.
● Wer sein Zimmer Lüften will sollte in der kalten Jahreszeit darauf achten, dass die Heizung ausgeschaltet wird.
● Wer nach dem Essen noch Lebensmittel übrig hat, kann diese wieder verwerten. Vielleicht schafft man es beim nächsten Mal auch besser einzuschätzen, wieviel gegessen wird.

All diese Dinge helfen Natur, Umwelt und Klima zu schützen und Hessen klimaneutral zu gestalten.