Hessen feiert Europa

Die Staatschefs vieler europäischer Länder haben sich am 25. März in Rom getroffen, um das 60-jährige Jubiläum der Europäischen Union (EU) zu feiern. Mit den Römischen Verträgen ist im Jahr 1957 nämlich die EU gegründet worden.

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Europafahne in Nahaufnahme

Zur EU gehören heute 28 Mitgliedstaaten aus Europa, die sich zusammengeschlossen haben, um politisch und wirtschaftlich als Partner zusammenzuarbeiten. Bis zu dieser großen Zahl an Mitgliedern war es ein langer Weg. Denn 1957 haben gerade einmal fünf Länder beschlossen, sich zur sogenannten „EWG“, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, zusammenzuschließen. Das waren damals Italien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Deutschland.

Die EWG

Der Name „Wirtschaftsgemeinschaft“ sagt es ja schon: 1957 stand die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern klar im Vordergrund. Allein die Entscheidung, überhaupt zusammenzuarbeiten, war damals aber von enorm großer Bedeutung. Denn ca. zehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg war der Hass zwischen den europäischen Völkern noch sehr groß. Die Menschen in den einzelnen Ländern misstrauten vor allem Deutschland, das unter der Herrschaft der Nationalsozialisten 1939 den Krieg begonnen hatte.

Ziel der Politiker, die damals die Verträge unterzeichneten, war es daher auch, über wirtschaftliche Zusammenarbeit die einzelnen Staaten voneinander abhängig zu machen. Damit wollten sie erreichen, dass es in Europa nie wieder zu einem neuen Krieg kommt. Das klingt kompliziert, war aber eigentlich ziemlich einfach: Die Vorteile einer Zusammenarbeit mussten für die einzelnen Staaten so groß sein, dass niemand mehr Lust hatte, einen anderen anzugreifen.

Demonstrationen für Europa

Bis heute garantiert die EU den Frieden in Europa. Heute kommt das aber vielen Menschen nicht mehr besonders vor. Für sie ist es selbstverständlich geworden, dass wir alle in Frieden miteinander leben. Seit einiger Zeit ist deshalb in den Nachrichten häufig von der sogenannten „Europamüdigkeit“ die Rede. Damit ist gemeint, dass einige Menschen in europäischen Ländern das Gefühl haben, dass die EU ihr Leben nicht mehr besser macht.

Ein Beispiel ist England, das sich sogar entschieden hat, die Europäische Union zu verlassen. Seitdem gehen aber nicht nur in England sondern auch in vielen anderen Ländern immer mehr Leute auf die Straße, die nicht dieser Meinung sind. Sie haben sich entschieden, für die EU zu demonstrieren. Denn sie wollen weiterhin ohne Kontrolle in Europa reisen und im Ausland arbeiten oder studieren können.

„Pulse of Europe“ in Hessen 

Auch in Hessen haben Politiker das Jubiläum der Europäischen Union gefeiert. Eine der wichtigsten Bewegungen junger Leute für die EU kommt übrigens auch aus Hessen, nämlich aus Frankfurt am Main. Sie hat sich einen englischen Namen gegeben: „Pulse of Europe“, auf Deutsch heißt das „der Herzschlag Europas“. Jeden Sonntag treffen sich inzwischen in vielen europäischen Städten Unterstützer von „Pulse of Europe“, um für ein geeintes Europa zu demonstrieren. Und von Woche zu Woche werden es immer mehr. An den Treffen in Frankfurt nehmen inzwischen sogar Vertreter der hessischen Regierung teil. Auch dort haben sie das Jubiläum der Römischen Verträge gefeiert.