„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne ..."

Jedes Jahr am 11.11. ziehen Scharen von Kindern mit Ihren Laternen durch die Straßen und singen lautstark Martinslieder. Doch wer war eigentlich dieser Martin, an den an diesem Tag gedacht wird? Und was genau hat es mit den Laternen auf sich?

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Zwei Mädchen mit Laternen laufen die Straße entlang.

Martin von Tours war ein römischer Soldat, der in der französischen Stadt Amiens stationiert war.
Der Legende nach soll er an einem kalten Wintertag auf seinem weißen Pferd unterwegs gewesen sein, als er am Straßenrand auf einen armen und unbekleideten Mann stieß. Er hatte Mitleid mit dem Bettler und wollte ihm helfen. Da er aber nichts anderes dabei hatte, nahm er sein Schwert und teilte seinen roten Mantel und legte eine Hälfte um den frierenden Mann.

In der darauffolgenden Nacht erschien ihm der Bettler in seinem Traum und gab sich als Jesus zu erkennen. Nach diesem Erlebnis ließ sich Martin taufen, ging zum christlichen Glauben über und vollbrachte noch viele gute Taten.
Die Überlieferung besagt, dass die Einwohner der Stadt Tours Martin so verehrten, dass sie ihn zu ihrem Bischof ernennen wollten. Martin selbst war aber viel zu bescheiden und versteckte sich in einem Stall. Da die aufgescheuchten Gänse ihn aber verrieten, musste er das Amt doch antreten und blieb für über 30 Jahre ein guter und mitfühlender Bischof.

Ob es wirklich die Gänse waren, die Martin zum Verhängnis wurden und ob wir nur deshalb am 11. November eine Martinsgans essen, ist eher unwahrscheinlich. Forscher gehen davon aus, dass der Martinstag der Beginn einer 40-tägigen Fastenzeit war und sich am 11. November die letzte Gelegenheit bot, einen so deftigen Braten zu essen.

Sich für die Schwachen einsetzen

Was wir jedoch mit Sicherheit wissen, ist das Martin, der Bischof von Tours, sich für Kranke, Alte und Tiere einsetzte und nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. Da sein Leichnam von einer Lichterprozession begleitet wurde, feiern auch heute noch viele Kindergärten und Schulen am Martinstag ein Laternenfest. Vor allem in katholischen Gemeinden ist es üblich, dass der Martinsumzug von einem Reiter auf einem weißen Pferd begleitet wird, der einen roten Mantel trägt.

Die Geschichte vom heiligen St. Martin soll dazu ermuntern Gutes zu tun und den Armen und Schwachen zu helfen. Wenn Du also die Möglichkeit hast an einem Martinsumzug teilzunehmen, dann nichts wie hin! Und wenn Du einmal die Gelegenheit hast, anderen zu helfen, dann überlege nicht zweimal!