Gewässer im Überfluss: Hessen und seine Fließgewässer

Flüsse münden alle im Meer, aber nicht alle fließen durch Hessen. Die, die es tun, haben allerdings einiges zu bieten. Welche Flüsse es in Hessen gibt und was du mit ihnen an heißen Sommertagen anstellen kannst, erfährst du hier, wenn du im Lesefluss bist.

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Kind mit Sonnenbrille sitzt lachend im Kanu auf einem Fluss

Hessens Natur hat so einiges auf Lager: Mittelgebirge, Berge, Wälder und vor allem fließende Gewässer. Zusammen genommen kommt unser Bundesland auf 23.600 Kilometer Bäche und Flüsse. Davon sind 18.600 Kilometer frei zugänglich. Das bedeutet, dass die restlichen Kilometer zum Beispiel entlang bebauter Gebiete fließen, zu denen man nicht so einfach hingehen kann.Hessen wird nicht nur von Flüssen durchzogen, sondern auch in seinen Grenzen von ihnen bestimmt. So bildet zum Beispiel der Rhein im Südwesten die Grenze zu Rheinland-Pfalz. Einmal über den Rhein und schon ist man in einem anderen Bundesland! Im Norden wiederum bildet die Fulda zum Teil die Grenze zu Thüringen und Niedersachsen.

Einmal quer über Hessens bekannteste Flüsse

In Hessen gibt es beinahe mehr Flüsse und Bäche als man zählen kann. Neben Rhein und Fulda sind Main, Neckar, Lahn, Eder, Nidda und Kinzig die bekanntesten. Lass uns mal ein paar davon genauer betrachten!

Der Rhein

Der Rhein zeigt, wo’s langgeht. Denn eigentlich fließt er gar nicht durch Hessen, sondern nur an Hessen entlang. Er bildet also eine Art natürliche Grenze zwischen den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz – und das 107 Kilometer lang. So wird die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz nur durch den Rhein von unserer Landeshauptstadt Wiesbaden getrennt.

Der Main

Der Main macht nicht allzu viel Strecke in Hessen. Er hat insgesamt eine Länge von 527 Kilometern, wovon nur 77 Kilometer durch Hessen fließen. Dafür lässt er sich aber in mehreren bekannten hessischen Städten blicken. Er durchfließt zum Beispiel Offenbach, Hanau und Frankfurt.

Die Fulda

Die Fulda entspringt dem Berg Wasserkuppe. Man könnte fast sagen, dass sie der „hessischste“ aller Flüsse ist. Denn sie ist der Fluss mit der größten Fließlänge innerhalb Hessens. Insgesamt ist die Fulda 220 Kilometer lang. Außerdem teilt sich der Fluss Fulda ihren Namen mit der hessischen Stadt Fulda.

Die Lahn

Wie die meisten Flüsse ist auch die Lahn kein hessisches Original, denn sie fließt auch durch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die meiste Zeit verbringt sie aber in Hessen. Denn bei einer Länge von 242 Kilometern durchlaufen davon 165 Kilometer hessisches Gebiet.

Nicht ins Schwimmen kommen!

Bei so vielen fließenden Gewässern ist man an heißen Tagen verführt, sich eine kurze Abkühlung zu verschaffen und gleich ins kalte Wasser zu hüpfen. Aber hier ist Vorsicht geboten! Aus guten Gründen gelten Deutschlands Flüsse im Allgemeinen nicht als Badegewässer. Da macht Hessen keine Ausnahme. Wo man schwimmen darf und wo nicht, regelt eine Verordnung von 1970. Laut dem Hessischen Wassergesetz gilt für die natürlichen Gewässer – also die, die ohne menschliches Zutun da sind –, dass sie für den Gemeingebrauch da sind. Das heißt, man darf dort Tiere tränken, im Winter Eissport machen und, solange es keine anderen Vorschriften gibt, auch unter Aufsicht und großer Vorsicht baden.

An vielen großen Flüssen wie dem Rhein ist es allerdings an den meisten Stellen verboten schwimmen zu gehen. Denn selbst für erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer bergen solche großen Flüsse Gefahren. Starke Strömungen und der Schiffsverkehr können Badenden schnell zum Verhängnis werden. (Tipp am Rande: Auch jetzt freigegebene Badeseen in Hessen findest du auf der verlinkten Übersichtskarte.)

Auch dort, wo es erlaubt ist, sollte man sich den Badespaß zwei Mal überlegen. Zum Beispiel in der Lahn. Das Schwimmen ist hier nicht verboten, aber ungefährlich ist es trotzdem nicht. Hier, und an vielen anderen Flüssen auch, lassen Kläranlagen ihr Abwasser einfließen. Das Wasser ist zwar mittlerweile sehr viel sauberer als es früher mal war. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „ungetrübter“ Badespaß sieht aber wahrscheinlich anders aus.

Spaß am Nass

Plantschen ist in Hessens Flüssen also meistens keine gute Idee. Aber das soll nicht heißen, dass Spaß verboten ist. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Paddelausflug? An vielen Flüssen werden Kanu-Touren und Ausflüge mit dem Stand-up-Paddle angeboten. Wer wissen möchte, wie der Blick vom Fluss aus ist, kann sich einfach beim Hessischen Kanuverband informieren.

Wenn du den Fluss lieber vom sicheren Ufer aus betrachten möchtest, wäre eine Wandertour genau das Richtige für dich! An der Lahn verläuft zum Beispiel ein 295 Kilometer langer Wanderweg. Und dort gibt es wirklich alles, was das Wanderherz begehrt: Hügel, Felsen, Wälder und wunderschöne Schlösser und Burgen warten dort auf dich.

Sollte dir der Weg zu Fuß zu langsam sein, kannst du die Natur auch auf dem Lahntal-Radweg genießen. Lass dir den Fahrtwind um die Nase wehen und schau auf dem Weg mal an einer schönen Stadt wie Limburg oder Marburg vorbei. Wer dann gleich einmal länger an hessischen Flüssen verweilen möchte, kann dort direkt sein Zelt aufschlagen. Denn auch tolle Camping-Plätze gibt es hier.

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