Alle anders – Alle gleich(berechtigt)

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

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Junge mit Hörgerät winkt lächelnd in sein Handy

Auf der ganzen Welt leben rund sieben Milliarden Menschen, und wir alle haben genauso viele Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede. Jeder Mensch unterscheidet sich in irgendeiner Form von anderen – das ist sogar bei Zwillingen so. Was wir aber alle gemeinsam haben sollten, egal wo und wie wir leben, sind unsere Rechte. Niemand sollte in unserer Gesellschaft benachteiligt werden. Uns allen stehen die gleichen Chancen zu. Genau daran möchte der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung erinnern.

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung – was steckt dahinter?

Jedes Jahr am 3. Dezember setzen sich Menschen weltweit für eine Gesellschaft ein, in der alle gleichberechtigt leben können. Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung hat zum Ziel, dass niemand ausgegrenzt wird, und zwar an keinem Tag im Jahr. Denn alle Menschen, mit oder ohne Behinderung, sollten die gleichen Rechte und Chancen in unserer Gesellschaft haben. Zum ersten Mal wurde der Tag 1993 von den Vereinten Nationen (UNO) ausgerufen. Er soll vor allem darauf aufmerksam machen, dass es in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt noch immer Hindernisse für Menschen mit Behinderung gibt, die den Alltag erschweren und die verbessert werden müssen. 

Denke beispielsweise an Kinder oder Erwachsene, die im Rollstuhl sitzen oder die Gehhilfen wie einen Rollator benötigen. Du kannst dir sicher vorstellen, dass für sie die vielen Stufen im Alltag häufig ein Problem darstellen. Öffentliche Gebäude und Plätze, Busse und Bahnen, Sportangebote und eben alle anderen Dinge, die wir gemeinsam nutzen, sollten so gestaltet sein, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Beispielsweise durch Aufzüge und Rampen im öffentlichen Raum, durch Untertitel im Fernsehen und für Videos oder generell durch Medien und Webseiten, die für alle nutzbar sind.

Was ist eine Behinderung eigentlich?

Alle Menschen sind verschieden und genauso gibt es auch verschiedene Arten von Behinderungen. Es gibt Menschen, die nicht laufen, sehen, sprechen oder hören können. Wieder andere Menschen haben Schwierigkeiten beim Lernen oder damit, ihre Gefühle wahrzunehmen oder zu kontrollieren. 

Auch die Ursachen von Behinderungen können ganz unterschiedlich sein. Während manche Menschen schon mit ihnen zur Welt gekommen sind, sind sie bei anderen die Folge einer Krankheit oder eines Unfalls. Eine Behinderung ist in der Regel etwas Dauerhaftes, das bleibt. Das bedeutet aber nicht, dass ein Mensch krank ist. Eine Person mit Behinderung kann manche Dinge eben nicht auf die gleiche Weise machen wie andere Menschen. Diese Beeinträchtigungen sind einfach ein Teil ihres Lebens.

Wie du die richtigen Worte findest

Wie wir Menschen und Dinge benennen, entscheidet oft darüber, welche Einstellung wir zu ihnen haben. Bestimmt ist dir schon aufgefallen: So, wie du über deine Mitschülerinnen und Mitschüler sprichst, denkst du auch über sie. Darum ist es wichtig, dass wir Worte mit Bedacht wählen, damit keine Vorurteile entstehen.

Auch über den Begriff „Behinderung“ wird viel diskutiert. Manche Menschen finden, dass dieses Wort sich nicht gut anhört, weil es abwertend klingt. Das kommt auch daher, weil das Wort „behindert“ leider immer wieder als Schimpfwort benutzt wird. Im eigentlichen Sinn soll „behindert“ aber gar nicht ausdrücken, wie ein Mensch ist. Vielmehr geht es darum, dass diese Menschen in Alltagssituationen be-hindert werden. Darüber hinaus haben sie die gleichen Fähigkeiten und Bedürfnisse wie alle anderen Menschen auch. 

Und das sollte auch bei den Formulierungen berücksichtigt werden: Nicht zu werten, vor allen Dingen nicht abzuwerten. Darum ist es zum Beispiel keine gute Wahl, zu sagen „Trotz ihrer Behinderung macht sie viel Sport“. Viel treffender ist, wenn du sagst: „Mit ihrer Behinderung macht sie viel Sport“. Wenn du dir einmal unsicher bist, welche Worte du wählen sollst, ist es am besten, eine betroffene Person zu fragen. Denn wer könnte dir besser erklären, welche Worte am passendsten sind und sich am besten anfühlen.

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